Das schweigende Klassenzimmer


  1. Ø 3.9
   2018

Das schweigende Klassenzimmer: DDR-Drama nach einer wahren Geschichte über eine Schulklasse, die wegen einer menschlichen Geste zu Staatsfeinden erklärt und von der Stasi verfolgt wird.

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Filmhandlung und Hintergrund

Das schweigende Klassenzimmer: DDR-Drama nach einer wahren Geschichte über eine Schulklasse, die wegen einer menschlichen Geste zu Staatsfeinden erklärt und von der Stasi verfolgt wird.

Eigentlich ist es bloß eine kleine Geste: Die beiden Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) haben in der Wochenschau in Westberlin Bilder von der blutigen Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn gesehen. Nun wollen sie in der Klasse eine Schweigeminute für die Opfer abhalten. Doch im Jahr 1956 erregen sie damit die Aufmerksamkeit des Schuldirektors (Florian Lukas), der Stasi und sogar des Volksbildungsministers (Burghart Klaußner).

Das schweigende Klassenzimmer wird bald zum Politikum. Am Druck, der auf die Schüler (Anna Lena Klemke, Isaiah Michaelski und Jonas Dassler) ausgeübt wird, zerbricht die Illusion einer heilen Welt für die Jugendlichen. Mit immer härteren Mitteln versuchen die Stasi-Vertreter, die Namen der Rädelsführer zu erpressen. Bald gibt es für die Klasse nur noch eine Möglichkeit, dem Druck zu entkommen.

„Das schweigende Klassenzimmer“ — Hintergründe

Nach „Der Staat gegen Fritz Bauer“ meldet sich Regisseur Lars Kraume mit einem Film zurück, der sich abermerals mit den Tücken der deutschen Nachkriegszeit auseinandersetzt. Kraume, der auch das Drehbuch zu „Das schweigende Klassenzimmer“ geschrieben hat, erzählt die wahre Geschichte einer Schulklasse, die wegen einer Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Volksaufstandes in Ungarn in Ungnade bei der DDR-Obrigkeit fällt.

Tatsächlich zugetragen hat sich die Geschichte 1956 in Storkow. Dietrich Garstka, der damals selbst einer der 20 Schüler war und in den Westen geflohen ist, hat seine Erlebnisse in dem gleichnamigen Sachbuch geschildert. Im Film ist die Geschichte nach Eisenhüttenstadt, ehemals Stalinstadt, verlegt. Grund dafür war, dass in Eisenhüttenstadt noch viele Gebäudekomplexe aus den 50er-Jahren erhalten sind. Die alte Schule in Storkow hingegen wurde inzwischen umgebaut und renoviert.

„Das schweigende Klassenzimmer“ ist in den Kategorien Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Beste Kamera und Bestes Kostümbild für den Deutschen Filmpreis 2018 nominiert.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • FBW-Jugend-Filmjury:

    (www.jugend-filmjury.com)

    Für uns heutzutage ist eine Schweigeminute für Opfer eines Krieges vollkommen normal. Doch als eine Abitur-Klasse 1956 in der DDR wegen der Gefallenen des Ungarischen Volksaufstandes im Unterricht eine Schweigeminute einlegt, eskaliert die Situation sehr schnell und die Klasse bekommt deswegen große Probleme. Werden die Schüler und Schülerinnen trotzdem ihren Schulabschluss schaffen? Der Film ist ein historisches Drama, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Die spannende und ernste Geschichte handelt von Zusammenhalt und Verrat, Protest und Erpressung und zeigt eindrucksvoll, wie schwierig es sein kann, sich einer staatlichen Übermacht zu widersetzen. Man bekommt einen realistischen Einblick in die 50er Jahre während der Teilung Deutschlands. Auch in der kommunistischen DDR ist die Vergangenheit der Nazizeit überall noch gegenwärtig. Aufgefallen ist uns auch, dass die Frauen noch wenig zu sagen hatten. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler haben uns ebenso überzeugt wie der gelungene Soundtrack. Durch die stimmigen Kostüme und Drehorte und die liebevolle, bis ins Detail passende 50er Jahre Ausstattung konnten wir uns gut in die damalige Zeit hineinversetzen. Wir empfehlen den Film allen Jugendlichen ab 13 Jahren, die sich für Geschichte und Politik interessieren. Nach dem Film will man noch mehr über diese Zeit erfahren.

    schauspielerisch: 4 Sterne
    mitreißend: 4 Sterne
    wichtig: 4 Sterne
    berührend: 4 Sterne
    realistisch: 5 Sterne

    Gesamtbewertung: 4 Sterne.

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